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Der Blaue Lotos Der Arumbaya-Fetisch Die schwarze Insel


Der Arumbaya-Fetisch (Originaltitel: L'oreille cassée) ist der 6. Band der Tim und Struppi Reihe. Weil Tim im Lande der Sowjets als Band 0 gezählt wird, trägt dieser die Nr. 5. Ursprünglich erschien die Geschichte vom 05.12.1935 - 25.02.1937 zunächst in schwarzweiß in der Zeitschrift Le Petite Vingtiéme. 1943 wurde es koloriert und als Album herausgegeben.

Handlung Bearbeiten

Beim Frühsport in seiner Wohnung in der Labradorstraße 26 in Brüssel hört Tim die Nachrichten: In Brüssel sei aus dem Völkerkunde-Museum eine 40 cm hohe Statuette, ein Fetisch des südamerikanischen Stammes der Arumbaya, gestohlen worden.

Als der Fetisch am nächsten Tag wieder da ist, der Dieb auch noch schriftlich um Entschuldigung bittet und mitteilt, er habe den Fetisch wegen einer Wette gestohlen, wird Tim misstrauisch. Im Museum erkennt er, dass der zurückgegebene Fetisch eine Fälschung sein muss, weil bei dem originalen Fetisch ein Ohr beschädigt ist. Als ein Bildhauer stirbt, hat Tim prompt den Verdacht, dass dieser Künstler Urheber der Fälschung ist und deshalb umgebracht wurde. Er sucht dessen Wohnung auf. Was er vorfindet, scheint den Verdacht zu bestätigen. Um mehr zu erfahren, will Tim den Papagei des ermordeten Bildhauers Balthasar bekommen, doch er ist nicht der Einzige, der an dem Tier interessiert ist. Zwei Südamerikaner sind ebenfalls hinter dem Vogel her und brechen in Tims Wohnung ein. In der Folge unternehmen sie zwei Mordversuche. Der zweite Mordversuch wird mit einem Auto unternommen. Tim gerät bei seinen Ermittlungen anhand des Kennzeichens zunächst an den falschen Verdächtigen: Das Fahrzeug mit der Zulassungsnummer 160891, das dem Gelehrten Dr. Eugen Mühsam in der Troubadour-Allee 120 gehört, ist ein völlig anderer Typ und schwarz statt grün. Bei seinen Überlegungen fällt ihm sein Notizbuch aus der Tasche. Dabei liest er die Fahrzeugnummer auf dem Kopf und stellt fest, dass das Kennzeichen wahrscheinlich ebenfalls auf den Kopf gestellt wurde. Mit der neuen Nummer 168091 kann er ermitteln, dass das Fahrzeug auf Alonzo Perez zugelassen ist, der in der Villa Sonnenschein in einem Vorort wohnt. Dort kann er den Halter belauschen und feststellen, dass sich bei den Südamerikanern um Alonzo Perez und Ramon Bada handelt. Weil sie den Papagei haben, kann Tim auch erfahren, dass der Vogel aussagt, der Mörder des Bildhauers sei Rodrigo Tortilla.

Das Gespräch von Perez und Bada ergibt ferner, dass sie den Mörder kennen und dass sie mit demselben Schiff wie Tortilla nach Südamerika fahren wollen, um ihm unterwegs den Fetisch abzujagen. Die beiden Südamerikaner haben zwar den zutreffenden Verdacht, dass Tim sich ebenfalls auf dem Schiff befindet, doch sie können ihn nicht finden. Dafür bringen sie Tortilla um und machen die überraschende Entdeckung, dass auch er lediglich eine Nachbildung des originalen Fetischs hatte. Tim kann sie beide festnehmen und sorgt nach der Ankunft dafür, dass sie an entsprechende staatliche Einrichtungen von San Theodoros ausgeliefert werden. Ihre Haft dauert jedoch nur kurz. Sie werden freigelassen, aber die Behörden von San Theodoros fangen an, sich für Tim zu interessieren. Er wird von Bord gelockt und soll standrechtlich erschossen werden, weil in seinem Koffer Bomben gefunden werden. Sein tatsächlicher Koffer wurde ihm jedoch am Hafen mit einem gleichartigen Modell vertauscht. Unmittelbar vor der Hinrichtung erreicht die Revolution von General Alcazar die Exekutionsstätte. Weil Tim sich vor der Hinrichtung betrunken hat und den Revolutionsführer preist, gilt er als Anhänger von Alcazar und Held der Revolution. Der General ernennt ihn zu seinem Adjutanten und befördert ihn zum Oberst. In der Folgezeit spielen beide häufig Schach miteinander. Auch Alonzo Perez und Ramon Bada sind zu Offizieren der Revolutionstruppen ernannt worden und trachten Tim weiterhin nach dem Leben. Bei einem der Mordversuche rettet ein Blitzeinschlag Tim das Leben. Es gelingt ihm sie außer Gefecht zu setzen und einsperren zu lassen.

Um das Chaos vollständig zu machen, versuchen zwei konkurrierende Ölgesellschaften, die General American Oil und eine englische Ölgesellschaft, einen Krieg zwischen San Theodoros und dem Nachbarn Nuevo Rico anzuzetteln. Als wäre das noch nicht genug, erweist sich, dass der Waffenhändler Basil Bazaroff beide Seiten mit Kriegsmaterial versorgt. R. W. Chicklet erscheint im Büro des erkrankten Generals Alcazar und muss mit dessen Adjutanten Tim vorlieb nehmen. Er erklärt ihm, dass seine Ölgesellschaft Ölvorkommen im Gran Chapo, dem Grenzgebiet zwischen San Theodoros und Nuevo Rico entdeckt hätte und sie ausbeuten wolle. Ein entsprechender Anteil werde der Regierung gezahlt. Tim wehrt ab, weil der General erkrankt ist. Chicklet lässt nicht locker und weist auch darauf hin, dass ein Teil der Ölquellen auf nuevoricanischem Gebiet liegt und erst annektiert werden müsse. Er verspricht Tim 100.000 $, wenn er Alcazar zum Krieg gegen Nuevo Rico überredet. Tim weigert sich und macht sich Chicklet damit zum Feind. Der Ölmanager hetzt ihm den Auftragsmörder Pablo auf den Hals, aber Tim kann den Anschlag auf sich vereiteln. Zur Rede gestellt, fleht der verhinderte Killer um sein Leben. Großmütig lässt Tim ihn laufen.

Inzwischen ist Chicklet bei dem genesenen Alcazar im Büro und kann ihn mit 35% vom Gewinn, von dem ihm 10% persönlich zustehen sollen, ködern, Nuevo Rico den Krieg zu erklären und weckt dessen Misstrauen gegen Tim. Um Tim aus dem Weg zu schaffen, intrigiert Chicklet in Zusammenarbeit mit Bazaroff gegen ihn, der Alcazar seine Waffen anbietet und umgehend nach Nuevo Rico fliegt, Um dem dortigen Diktator, General Mogador, die gleichen Waffen zu verkaufen. Er fälscht einen Brief auf Regierungspapier von Nuevo Rico an Tim und macht Alcazar weis, Tim spioniere für den Nachbarstaat. Der General glaubt die Vorwürfe, lässt Tim einsperren und verurteilt ihn zum Tode, ohne ihm die Gelegenheit zur Verteidigung zu geben. Pablo verhilft ihm aus Dankbarkeit für seinen Großmut zur Flucht und besorgt ihm auch ein Fluchtfahrzeug, mit dem Tim nach Nuevo Rico flieht. Unglücklicherweise ist das Fahrzeug ein Militärfahrzeug aus San Theodoros. Tims Flucht in einem solchen Fahrzeug führt zum Krieg, wie der Waffenhändler und die Ölgesellschaften es beabsichtigt hatten. Tim wird in Nuevo Rico verhaftet, kann aber in den Dschungel entkommen.

Im Dschungel trifft er auf den weißen Forscher Ridgewell, der bei den Arumbayas lebt. Der berichtet ihm von einer Expedition des Forschers Walker, zu der auch ein gewisser Lopez gehörte. Lopez habe den Fetisch der Arumbayas geraubt - und einen Diamanten. Daraufhin hätten die Arumbayas in ihrer Wut die gesamte Expedition umgebracht, nur Lopez habe überlebt und sei geflohen. Tim schließt aus dem Bericht, dass der Diamant in dem Fetisch verborgen war und will nach San Theodoros zurückkehren. Unterwegs begegnet er Perez und Bada, die er überwältigen kann. Alonzo Perez hat eine Notiz bei sich, der Tims Annahme, wo der Diamant versteckt ist, bestätigt. Alonzo und Ramon können sich jedoch befreien und Tim in den Fluss befördern. Er kann sich schwimmend retten und gelangt nach San Theodoros zurück, das zwischenzeitlich mit Nuevo Rico Waffenstillstand geschlossen hat.

Tim reist mit Struppi zurück nach Belgien, wo er feststellt, dass von dem Fetisch der Arumbaya zahllose Kopien auf dem Markt sind. Er findet heraus, dass der Original-Fetisch im Besitz des ermordeten Bildhauers Balthasar war und dessen Bruder ihn an einen zahlungskräftigen Amerikaner namens Samuel Goldwood verkauft hat, der zwischenzeitlich per Schiff in die Staaten zurückkehrt. Tim reist dem Schiff, der MS Washington, in einem Wasserflugzeug nach. Auf dem Schiff trifft er auch wieder auf Perez und Bada, die den Fetisch bereits dem Amerikaner entwendet haben. Beim Kampf fällt der Fetisch auf das Deck und zerbricht. Dabei fällt der Diamant heraus und rutscht über Bord. In der Hitze des Gefechts gehe Tim, Perez und Bada ebenfalls über Bord. Während Tim von der Besatzung gerettet wird, ertrinken die Verbrecher und werden von kleinen Teufeln in die Hölle abtransportiert.

Der Amerikaner schenkt den Fetisch dem Brüsseler Museum, wo er restauriert und erneut ausgestellt wird.

Handelnde Personen Bearbeiten

Hauptcharaktere Bearbeiten

Nebencharaktere Bearbeiten

Erwähnte CharaktereBearbeiten

OrganisationenBearbeiten

Gastcharaktere Bearbeiten

Handlungsorte Bearbeiten

Belgien Bearbeiten

San Theodoros Bearbeiten

Nuevo Rico Bearbeiten

MS Washington

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